BITV und Bibliotheken
BITV und Bibliotheken
Die „Barrierefreie Informationstechnik-Verordnung“ (BITV) trat in Deutschland im Juli 2002 in Kraft. Es handelt sich um eine gesetzmäßige Verordnung, die die allgemeinen Maßgaben zur Ein-richtung barrierefreier Informationstechnik regelt. Die BITV gibt Richtlinien zur Gestaltung elektronischer Inhalte vor, um Men-schen mit Behinderungen ein selbständiges Erschließen dieser In-halte zu ermöglichen. Das vorliegende Buch beschäftigt sich mit der Praxis der Umset-zung dieser Verordnung im bibliothekarischen Umfeld. Was be-deutet überhaupt Barrierefreiheit? Was sind elektronische Inhalte? Wel-che Einrichtungen sind verpflichtet, die Verordnung umzusetzen? Welche Schwierigkeiten ergeben sich bei der Anwendung im bib-liothekarischen Bereich und welche Möglichkeiten bieten sich für das Bibliothekspersonal, um aktiv mitwirken zu können? Diese und viele andere Fragen stellen sich Bibliothekare und Bib-liothekspersonal, die sich mit der BITV konfrontiert sehen. Da die Verordnung darauf abzielt, Barrierefreiheit in der Informations-technik zu erreichen, ist die komplexe Ausarbeitung von elektroni-schen Inhalten zumeist durch IT-Fachleute notwendig. Allerdings ist dabei die Zusammenarbeit mit bibliothekarischem Personal un-umgänglich, da die IT-Spezialisten nur den Rahmen konstruieren, um Inhalte elektronisch präsentieren zu können. Die Inhalte wer-den aber zunächst vom Bibliothekspersonal erstellt und werden dann erst zur Verwendung für die Durchführung der BITV zur Verfügung gestellt. Damit bei der Planungsarbeit eine reibungslose Kommunikation zwischen diesen beiden unterschiedlichen Fachkreisen möglich ist, ist die Kenntnis der wesentlichen Aspekte der BITV für Bibliothe-kare unerlässlich. Denn betrachtet man bei der Umsetzung der Verordnung lediglich die einzuhaltenden Richtlinien, so kann das Ergebnis eventuell technisch barrierefrei sein, jedoch die eigentli-che Absicht der Verordnung und wesentliche Funktionen der bib-liothekarischen Arbeit könnten verfehlt werden. Die Anwendung der BITV ist keine Angelegenheit, die mit weni-gen einfachen Schritten durchzuführen ist. Es ist allerdings mög-lich, den Arbeitsaufwand zu minimieren und zu optimieren, wenn ein Verständnis der wesentlichen Gesichtspunkte vorhanden ist. Dieses Buch soll als Orientierungs- und Planungshilfe dazu die-nen, die Berührungspunkte zu identifizieren und die Entwicklung von Lösungen zu ermöglichen. Dazu ist es nötig, sich nicht nur mit den technischen Aspekten der Verordnung zu beschäftigen, sondern auch einen Überblick über die Gesetzeslage, über die zu berücksichtigenden Behinderungen der potentiellen Nutzer und über BITV-relevante bibliotheksinterne Zusammenhänge zu be-kommen, weil sich gerade an diesen Berührungspunkten Probleme mit der Verordnung ergeben können. Es wird erläutert, für welche Einrichtungen diese Richtlinien verpflichtend sind und welche Konsequenzen sich daraus bei der Umsetzung ergeben. Dabei werden auch assistive Technologien vorgestellt, um aufzuzeigen, auf welche Weise diese Hilfsmittel Informationen verarbeiten und welche Bedeutung die BITV-Richtlinien für diese Schnittstellen haben.














